Blitzkrieg 3 – Erste Einblicke in den Strategie-Klassiker

Geschrieben am von ZoS Gaming

Mit Blitzkrieg 3 kehrt ein waschechter Klassiker auf die Schlachtfelder des 2. Weltkriegs zurück. Der nunmehr dritte Teil der mehrfach ausgezeichneten und bei Fans beliebten Serie geht in die nächste Runde. Es gibt kaum eine Schlacht des 2. Weltkriegs, welche nicht bereits mehrfach in diversen Spielen geschlagen wurde. Trotzdem könnte Nival Interactive mit Blitzkrieg 3 der große Wurf gelingen.

Die Geschichte von Blitzkrieg

Maschinengewehr-Salven peitschen durch die Luft, Mörsergranaten zerfetzen die Landschaft, schwere Kampfpanzer – flankiert von Infanterietrupps – rollen durch die Straßen. In der Ferne ist Artilleriefeuer zu hören. So oder so ähnlich kann man sich das Geschehen im wohl bisher verhehrendsten Krieg der Menschheitsgeschichte vorstellen. Zum Glück ist diese Zeit inzwischen längst vorbei, doch der Reiz, historische Schlachten am heimischen PC nachzuspielen, ist nach wie vor ungebrochen. Nicht umsonst gehört die Zeit von 1939-1945 zu den Szenarien, welche sich bei vielen Entwicklerstudios noch immer größter Beliebtheit erfreut.

Mit Blitzkrieg 3 hat Nival Interactive ein heißes Eisen im Feuer (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Mit Blitzkrieg 3 hat Nival Interactive ein heißes Eisen im Feuer (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Blitzkrieg 1 erschien bereits im Jahr 2003 und gilt als inoffizieller Nachfolger von Sudden Strike, einem weiteren Echtzeitstrategie-Spiel zur Zeit des 2. Weltkriegs. In verschiedenen Kampagnen war es möglich, entscheidende Schlachten des 2. Weltkriegs nachzuspielen. Anders als in vielen anderen Echtzeitstrategie-Spielen hatte der Spieler keine Möglichkeit, eine eigene Basis aufzubauen oder Nachschub zu ordern. Vielmehr war man gezwungen, mit den gegeben Einheiten die jeweiligen Karten zu meistern. Dabei war es enorm wichtig, das Feindgebiet frühzeitig und ausführlich aufzuklären, wollte man nicht in einen tödlichen Hinterhalt geraten, welcher schneller als gedacht zu einer Niederlage führen konnte. Eine übersehene Panzerabwehrkanone konnte schnell dazu führen, dass von den eigenen Panzern nur noch ein Haufen Altmetall übrig blieb. Auch damals schon legte das Entwicklerteam größten Wert auf realistisch gestaltete Schlachtfelder mit einer unzähligen Menge an Details. Zu Blitzkrieg 1 erschienen insgesamt 3 AddOns – Burning Horizon, Rolling Thunder und Green Devils – welche das Hauptspiel um zusätzliche Kampagnen, Einheiten und Kriegsschauplätze erweiterten.

Der zweite Teil der Serie erschien im Jahr 2005 und konnte an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen. Im Gegensatz zu Teil 1 war es dieses Mal möglich, Nachschubwege in Form von eroberten Nachschublagern oder über den Luftweg zu nutzen und so zusätzliche Einheiten zu erhalten. Neben einem Tag- und Nachtwechsel gab es auch Änderungen am Wettersystem, so dass Schlachten dadurch stärker beeinflusst wurden. So konnte z.B. bei dichter Wolkendecke keine Luftunterstützung angefordert werden. Die Reihenfolge der zu spielenden Missionen war durch den Feldherrn in Form des Spielers frei wählbar. Neben „Blitzkrieg 2 – Das letzte Gefecht“ erschien Ende 2007 mit „Blitzkrieg 2 – Die Befreiung“ der bisher letzte Teil der Serie.

Aus alt mach neu

In Blitzkrieg 3 kommt zweifelsohne das ganze Know-How der Moskauer Spieleschmiede zum Einsatz. Zwar erfindet Nival das Rad nicht neu, allerdings ist das auch angesichts des Szenarios und der Spielmechaniken nur schwer möglich. Dennoch kann man getrost davon ausgehen, dass Blitzkrieg 3 ähnlichen Tiefgang und taktische Finessen wie die beiden Vorgänger bieten wird. In Teil 3 darf der Spieler eine eigene Basis aufbauen und entsprechende Gebäude, wie z.B. Panzerfabriken oder Kasernen, errichten. In diesen Gebäuden erfolgt die Rekrutierung der Einheiten zur Verteidung der Basis oder für die nächste Mission, in der die notwendigen Rohstoffe für den weiteren Ausbau beschafft werden können.

Das Eisenbahngeschütz zählt mit einem Kaliber von bis zu 80 cm zu den mächtigsten Artilleriegeschützen des 1. und 2. Weltkriegs (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Das Eisenbahngeschütz zählt mit einem Kaliber von bis zu 80 cm zu den mächtigsten Artilleriegeschützen des 1. und 2. Weltkriegs (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Bei den Einheiten kann der Spieler zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Typen wählen. Leichte, mittlere und schwere Panzer, Jagdpanzer, leichte Aufklärungsfahrzeuge, diverse Infanterietrupps sowie Artillerieeinheiten. Blitzkrieg 3 lässt keine Wünsche offen. Die richtigen Einheiten zu kombinieren und eine ausgeklügelte Taktik unter Ausnutzung der gegnerischen Schwächen zu haben, ist dabei wesentlich wichtiger, als reine Masse.

Dem Ausbau der eigenen Basis kommt im Spiel eine große Bedeutung zu, kann diese doch durch den asynchronen Multiplayer-Modus jederzeit von anderen Spielern angegriffen werden. Allerdings können ausgehobene Truppen, MG-Nester, Bunkeranlagen oder Panzersperren einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dem Angreifer gründlich den Tag zu vermiesen.

Asynchroner Multiplayer-Modus

Eine der wichtigsten Neuerungen bei Blitzkrieg 3 dürfte der asynchrone Multiplayer-Modus sein. Dadurch sollen Spieler in der Lage sein, gegen andere Spieler antreten zu können, auch wenn diese gerade offline sind. Die Steuerung der Streitkräfte sowie Verteidigungseinrichtungen übernimmt in diesem Fall die KI, welche mit zahlreichen Überraschungen aufwarten soll. Wie gut sich die KI allerdings gegen einen menschlichen Angreifer zur Wehr zu setzen vermag, bleibt abzuwarten. Hier muss Nival Interactive auf jeden Fall die notwendige Balance finden, um den angreifenden Spieler einerseits zu fordern, auf der anderen Seite aber auch nicht zu unterfordern.

Mit dem asynchronen Multiplayer-Modus in Blitzkrieg 3 könnte Nival Interactive neue Maßstäbe setzen (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Mit dem asynchronen Multiplayer-Modus in Blitzkrieg 3 könnte Nival Interactive neue Maßstäbe setzen (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Insgesamt gesehen sollen Multiplayer-Partien kurz aber heftig verlaufen, so dass sich die angestrebe Spieldauer pro Partie bei ca. 15 Minuten einpendeln wird. Dies soll – nach Angaben der Entwickler – vor allem die Mentalität und das Verhalten der heutigen Spielergemeinschaft reflektieren, welche eher auf kurze Partien mit E-Sport Charakter wert legt, als stundenlange Gefechte gegen virtuelle oder menschliche Kontrahenten zu führen.

Keine Mikrotransaktionen vorgesehen

Ursprünglich war für die Vorbesteller von Blitzkrieg 3 vorgesehen, dass diese neben einem Alpha-Zugang zusätzlich eine Art Premium Account erhalten, der ihnen gewisse Vorteile, z.B. in Form verkürzter Bauzeiten, gegenüber anderen Spielern geben sollte. Glücklicherweise ist Nival Interactive inzwischen von diesem Vorhaben abgewichen. Obwohl in den letzten Jahren Mikrotransaktionen in Form von Zusatzinhalten auf dem Vormarsch waren, hat sich das Entwicklerteam auch hier bewusst dagegen entschieden. Nicht selten waren in der Vergangenheit in Spielen Zusatzinhalte käuflich erwerbbar, die teils starke Vorteile für die Käufer gegenüber ihrer Mitspieler mit sich brachten. In diesem Zusammenhang prägte sich auch der Begriff „pay-to-win“ (P2W). Wer kein zusätzliches Geld investieren will oder kann, hat also mit deutlichen Nachteilen zu rechnen. Man kann Nival gar nicht hoch genug anrechnen, nicht auf den Zug der Mikrotransaktionen aufgesprungen zu sein.

In Blitzkrieg 3 wird die Bezahlung im herkömmlichen Sinne erfolgen und für die Kunden absolut transparent gestaltet sein. Für Käufer des Spiels entstehen lediglich Unkosten in Höhe von ca. 30 € für das fertige Spiel. Weitere Kosten fallen nicht an. Für diesen Preis erhält man 3 vollwertige Starterkampagnen mit jeweils unterschiedlichen Kriegsparteien sowie Zugang zu allen sonstigen Inhalten des Spiels. Im Preis inbegriffen sind die Kampagnen der Sowjets („Der Fall von Berlin“, Kampagne Berlin, 1945), der Deutschen („Die Tore von Paris“, Der Fall Frankreichs, 1940.) sowie die Kampagne der USA („Der Weg nach Rom“, USA, 1943-1944). Weitere Kampagnen sollen zu einem späteren Zeitpunkt als kostenpflichtige DLC erscheinen.

Blitzkrieg 3 wird als Vollpreisspiel ca. 30 € kosten und soll gänzlich ohne Mikrotransaktionen auskommen (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Blitzkrieg 3 wird als Vollpreisspiel ca. 30 € kosten und soll gänzlich ohne Mikrotransaktionen auskommen (Quelle: http://de.blitzkrieg.com)

Neue Tester braucht das Land

Derzeit befindet sich das Spiel im geschlossenen Alpha-Test. Am heutigen Freitag, den 13.03.2015, geht dieser bereits in die dritte Phase. Mit jeder neuen Phase werden den Testern neue Inhalte und Einheiten zur Verfügung gestellt, welche in der jeweiligen Testphase gezielt optimiert werden können. Insbesondere legt das Entwicklerteam aus Moskau dabei besonders viel Wert auf das Feedback der Alpha-Tester, so dass sich das fertige Spiel nah an den Wünschen der Kunden orientieren soll. Weitere Testphasen werden zeitnah folgen. Wann genau das sein wird, hängt jedoch davon ab, wie schnell die neuen Inhalte durch die Spieler getestet werden können.

Leider ist der geschlossene Alphatest bisher nur für Vorbesteller zugänglich. Für einen Preis von 29,95€ könnt ihr das Spiel auf der offiziellen Seite vorbestellen. Dies entspricht in etwa dem für das fertige Spiel angepeilten Verkaufspreis. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen der begehrten Keys auf der Facebook-Seite zu Blitzkrieg 3 zu ergattern. In unregelmäßigen Abständen werden dort kostenlose Keys verlost. Bei der Menge an Interessenten dürfte dafür allerdings mehr als nur ein wenig Glück erforderlich sein.

Ein Veröffentlichungstermin zum Strategie-Hit aus dem Hause Nival Interactive gibt es leider noch nicht. Wann genau ihr als Kommandant eure Truppen über die Schlachtfelder scheuchen dürft, steht noch in den Sternen. Tatsache dürfte sein, dass bis dahin zweifelsohne noch etliche Monate ins Land gehen dürften. Bis dahin müsst ihr euch also noch eine ganze Weile gedulden.

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